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SEO & GEO 19. April 2026 13 Min. Lesezeit

Selbsttest: Taucht Ihre Firma in Claude und ChatGPT auf? — 5 Prompts, 10 Minuten und ein erster Lagebericht

Hands-on-Tutorial: 5 konkrete Prompts, 4 KI-Engines, 10 Minuten — und Sie wissen, ob Ihre Firma in Claude, ChatGPT, Gemini und Perplexity überhaupt empfohlen wird. Scorecard zum Download und Brücke zum 290-€-Sichtbarkeits-Check.

Selbsttest: Taucht Ihre Firma in Claude und ChatGPT auf? — 5 Prompts, 10 Minuten und ein erster Lagebericht

Selbsttest: Taucht Ihre Firma in Claude und ChatGPT auf? — 5 Prompts, 10 Minuten und ein erster Lagebericht

Ein Mandant, der gestern noch Google geöffnet hätte, fragt heute: „Welchen Steuerberater empfiehlst du mir für eine GmbH-Gründung in München?" — direkt in ChatGPT oder Claude. Er bekommt zwei, drei Namen. Er klickt einen davon an. Fertig.

Ob Ihr Name in dieser Antwort steht, entscheidet sich nicht beim Gespräch, nicht beim Erstgespräch, nicht auf Ihrer Webseite. Es entscheidet sich in Millisekunden, wenn das Sprachmodell seinen Antwort-Token zusammensetzt.

Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie in rund zehn Minuten einen ersten Eindruck davon bekommen, wie gut — oder schlecht — Ihre Firma in den vier relevanten KI-Engines aufgestellt ist. Und er zeigt ehrlich, wo die Grenzen dieses Selbsttests liegen und warum viele Inhaber nach dem Test genau wissen, warum sie den systematischen Sichtbarkeits-Check für 290 € bestellen.


1. Warum der 10-Minuten-Test — und seine Grenzen

Der Selbsttest, den dieser Artikel beschreibt, ist kein Audit. Das muss von Anfang an klar sein.

Was ein Selbsttest leisten kann: Er gibt Ihnen ein erstes Signal. Sie sehen, ob Ihr Firmenname in einem exemplarischen Abfragesatz überhaupt erscheint. Sie sehen, welche Mitbewerber in denselben Antworten genannt werden. Und Sie bekommen ein Gefühl dafür, wie unterschiedlich die vier Engines mit derselben Frage umgehen.

Was ein Selbsttest nicht leisten kann: Er ist statistisch nicht belastbar. Eine einzelne Abfrage pro Prompt ist kein verlässliches Ergebnis — KI-Antworten variieren auch bei identischer Formulierung, abhängig von Uhrzeit, Account-Status, Serverauslastung und internen Sampling-Parametern der Modelle. Wenn Sie bei Prompt 3 in ChatGPT erwähnt werden, heute aber nicht, ist das kein Beweis für eine Verbesserung oder Verschlechterung. Dafür brauchen Sie Wiederholungen über Zeit, mehrere Prompt-Varianten und eine systematische Auswertung.

Außerdem: Sind Sie in einer KI-Antwort eingeloggter Nutzer, kann die Engine auf Ihren Suchverlauf oder Ihre bevorzugten Quellen zurückgreifen. Das verzerrt die Ergebnisse zu Ihren Gunsten. Der Selbsttest sollte deshalb immer im anonymen Modus oder in einem frischen Browser-Tab ohne Account-Session durchgeführt werden.

Mit diesen Einschränkungen im Hinterkopf ist ein strukturierter Selbsttest trotzdem sinnvoll. Er ist besser als nichts — und deutlich besser als das Bauchgefühl, das viele Inhaber bisher als einzige Grundlage haben.

Die systematische Grundlage für das Thema GEO-Sichtbarkeit finden Sie im Hauptartikel: Wie oft empfehlen KI-Assistenten Ihre Firma? — GEO-Sichtbarkeit messen.


2. Was Sie vorher wissen müssen: Wie KI-Assistenten Quellen wählen

Bevor Sie die fünf Prompts ausführen, lohnt ein kurzer Blick hinter die Kulisse. Denn wer versteht, wie die Modelle funktionieren, kann die Ergebnisse besser einordnen.

Training-Cutoff vs. Live-Websuche

Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) unterscheiden sich in einem wichtigen Punkt: ChatGPT kann mit aktivierter Web-Search-Funktion aktuelle Webseiten lesen. Claude hingegen nutzt beim Standard-Zugang kein Echtzeit-Web, sondern antwortet aus seinem Trainings-Wissen — mit einem Cutoff-Datum, nach dem keine neuen Informationen einfließen. Für Ihren Test bedeutet das: ChatGPT im Web-Modus kann Ihre aktuelle Website berücksichtigen. Claude kennt Ihre Website nur, wenn sie zum Trainings-Zeitpunkt indexiert und zitiert wurde.

Gemini und Perplexity: Search-first

Gemini (Google) greift auf die Google-Suche zurück — der Vorteil ist, dass aktuelle Inhalte stärker gewichtet werden. Perplexity ist eine reine Search-Engine mit LLM-Synthese: Es lädt mehrere Suchergebnisse in Echtzeit, zitiert Quellen explizit und tendiert dazu, lokale und spezialisierte Seiten häufiger zu erwähnen als die großen Generalisten-Modelle.

Zitiererlogik: Warum werden manche Firmen genannt?

KI-Engines zitieren nicht zufällig. Entscheidend sind: strukturierte, klare Inhalte auf der Webseite (Überschriften, Listen, FAQs), konkrete Fakten und Spezialisierungen statt allgemeiner Aussagen, Schema-Markup (JSON-LD für Organisation, LocalBusiness, FAQ), externe Erwähnungen in Verzeichnissen und Fachportalen sowie E-E-A-T-Signale (nachweisbare Expertise, erkennbare Autorschaft, Referenzen).

Wer nur eine generische Startseite mit Stockfotos und dem Satz „Wir beraten Sie kompetent" hat, gibt den Modellen nichts, worauf sie zugreifen können. Wer dagegen konkrete Leistungsseiten, Fallbeschreibungen, FAQ-Blöcke und Verzeichnis-Einträge hat, liefert Substanz für eine Empfehlung.

Mehr zur Frage, warum klassisches SEO für diesen Kanal nicht ausreicht, lesen Sie in: ChatGPT empfiehlt Ihre Firma nicht — was 2026 wirklich zählt.


3. Die 5 Prompts — das Herzstück des Selbsttests

Führen Sie jeden Prompt in allen vier Engines aus: ChatGPT (mit Web-Search aktiviert), Claude (Sonnet oder Opus, Standard-Chat), Gemini (Advanced oder Pro), Perplexity (Standard-Modus, nicht eingeloggt). Notieren Sie die Ergebnisse — die Scorecard kommt im nächsten Abschnitt.

Tauschen Sie [Branche], [Stadt] und [Firmenname] durch Ihre eigenen Daten aus.


Prompt 1 — Die klassische Empfehlungsanfrage

„Empfehle mir drei [Branche] in [Stadt/Region] für [konkretes Thema]."

Beispiele:

  • „Empfehle mir drei Steuerberater in Nürnberg für Freiberufler und Selbstständige."
  • „Empfehle mir drei Fachanwälte für Arbeitsrecht in Hamburg mit Erfahrung in Kündigungsschutzverfahren."
  • „Empfehle mir drei Notare in Stuttgart für Unternehmensverkäufe."

Das ist die Anfrage, die ein potenzieller Mandant am wahrscheinlichsten stellen würde. Sie ist direkt, lokal und thematisch spezifisch. Diese Formulierung zeigt Ihnen, wer in Ihrer Nische und Region als erstes genannt wird — und wie weit weg Sie von dieser Position sind.


Prompt 2 — Die überregionale Spezialisierungsanfrage

„Welche [Branche] in Deutschland sind bekannt für ihre Spezialisierung auf [Sub-Thema]?"

Beispiele:

  • „Welche Anwaltskanzleien in Deutschland sind bekannt für ihre Spezialisierung auf das Thema Datenschutz für Arztpraxen?"
  • „Welche Steuerberatungskanzleien in Deutschland sind auf die Beratung von Apotheken spezialisiert?"
  • „Welche Unternehmensberatungen in Deutschland sind auf digitale Transformation in mittelständischen Pflegeeinrichtungen spezialisiert?"

Dieser Prompt testet, ob Sie bei überregionalen Nischen-Anfragen auftauchen. Viele mittelständische Firmen haben keine lokale Konkurrenz, aber nationale. Perplexity und Gemini zeigen hier oft andere Ergebnisse als ChatGPT.


Prompt 3 — Die lösungsorientierte Suchanfrage

„Wer bietet [spezifische Dienstleistung] in [Region] an und hat damit nachweislich Erfahrung?"

Beispiele:

  • „Wer bietet in Bayern Beratung für Praxisabgabe an niedergelassene Ärzte an und hat damit nachweislich Erfahrung?"
  • „Wer bietet in Baden-Württemberg steuerliche Beratung für internationale GmbH-Strukturen an und hat nachweislich Erfahrung?"
  • „Wer bietet in NRW Notardienstleistungen für Erbschaftsangelegenheiten bei Auslandsimmobilien an?"

Der Zusatz „nachweislich Erfahrung" ist entscheidend: Er filtert Antworten auf Quellen, denen die Modelle tatsächlich Glaubwürdigkeit zuschreiben. Wer hier nicht erscheint, hat entweder keine sichtbaren Referenzen oder keine strukturierten Inhalte zu diesem Thema.


Prompt 4 — Die Anfrage mit Zusatzkriterium

„Ich suche einen [Branche], der [Sprache] spricht oder [besondere Anforderung] erfüllt — wen würdest du empfehlen?"

Beispiele:

  • „Ich suche einen Steuerberater in Frankfurt, der auch auf Englisch berät und Erfahrung mit expats hat — wen würdest du empfehlen?"
  • „Ich suche einen Fachanwalt für Medizinrecht in München, der auf ärztliche Berufsrechtsfragen spezialisiert ist — wen würdest du empfehlen?"
  • „Ich suche eine Kanzlei in Düsseldorf, die auf das Gesellschaftsrecht für Familienunternehmen in der zweiten Generation spezialisiert ist."

Dieser Prompt testet Ihr Differenzierungsprofil. Wer auf der eigenen Website keine klaren Spezialisierungen nennt, wird bei solchen Anfragen nicht auftauchen — selbst wenn er diese Leistung erbringt.


Prompt 5 — Der Self-Reference-Test

„Was sagt das Internet über [Firmenname]? Gibt es unabhängige Erwähnungen, Bewertungen oder Referenzen?"

Beispiele:

  • „Was sagt das Internet über Kanzlei Müller & Partner in Köln? Gibt es unabhängige Erwähnungen, Bewertungen oder Referenzen?"
  • „Was sagt das Internet über Steuerberatung Hofmann GmbH in Augsburg?"

Der Self-Reference-Test zeigt, was die Modelle über Sie wissen — unabhängig davon, ob Sie empfohlen werden. Claude und ChatGPT ohne Web-Search antworten hier aus dem Trainingswissen. Perplexity und Gemini ziehen aktuelle Quellen. Die Abweichungen zwischen beiden Typen sagen Ihnen viel darüber, wie präsent Sie im Web sind — und ob Ihr Trainingswissen-Profil veraltet oder schlicht leer ist.


4. Was Sie notieren sollten — die Scorecard

Richten Sie sich vor dem Test eine einfache Tabelle ein. Die folgende Scorecard ist druckfertig und kann in fünf Minuten befüllt werden.

Prompt Engine Erwähnt? (J/N) Position (1/2/3/nicht) Kontext korrekt? Wettbewerber genannt
P1 ChatGPT
P1 Claude
P1 Gemini
P1 Perplexity
P2 ChatGPT
P2 Claude
P2 Gemini
P2 Perplexity
P3 ChatGPT
P3 Claude
P3 Gemini
P3 Perplexity
P4 ChatGPT
P4 Claude
P4 Gemini
P4 Perplexity
P5 ChatGPT
P5 Claude
P5 Gemini
P5 Perplexity

Was „Kontext korrekt?" bedeutet: Wird Ihre Firma erwähnt, aber mit falschen Informationen — falsche Adresse, falsche Spezialisierung, veralteter Firmenname? Das ist oft gefährlicher als gar keine Erwähnung. Ein Mandant, der dank ChatGPT glaubt, Sie wären in München ansässig, obwohl Sie in Augsburg sitzen, ruft an — und ist verwirrt.

Auswertung:

  • 0–5 Nennungen über alle 20 Abfragen: Ihre GEO-Sichtbarkeit ist niedrig bis nicht vorhanden.
  • 6–10 Nennungen: Sie tauchen punktuell auf, ohne systematische Präsenz.
  • 11–16 Nennungen: Solide Basispräsenz, aber fast immer mit Lücken in bestimmten Engines oder Prompts.
  • 17–20 Nennungen: Sehr gute Sichtbarkeit — hier lohnt die Frage, in welchem Kontext Sie erwähnt werden und wie gut Ihre Wettbewerber im Vergleich dastehen.

5. Typische Muster, die Sie sehen werden

Nach Hunderten von Abfragen in diesen vier Engines gibt es wiederkehrende Muster, die fast unabhängig von Branche und Region auftreten:

Muster 1: Große Kanzleien und Praxisgruppen dominieren alle Engines gleichmäßig. Kanzleien mit mehr als 20 Mitarbeitern, eigenem Blog und Wikipedia-Eintrag erscheinen regelmäßig. Sie haben strukturierte Websites, externe Verlinkungen und sind seit Jahren in Fachportalen gelistet. Das ist kein Zufall.

Muster 2: Perplexity zitiert häufiger lokale und spezialisierte Seiten. Weil Perplexity aktiv Suchergebnisse lädt, profitieren hier auch kleinere Firmen — vorausgesetzt, sie haben aktuelle Inhalte und lokale Verzeichnis-Einträge. Wer in Google Maps, Anwalt.de, Steuerberater-Verzeichnissen oder Jameda gelistet ist, hat bei Perplexity eine deutlich bessere Chance als bei Claude oder ChatGPT ohne Web-Search.

Muster 3: ChatGPT ohne Web-Search halluziniert bei lokalen Empfehlungen. Ohne aktivierte Web-Search neigt ChatGPT dazu, bei lokalen Anfragen plausibel klingende, aber nicht belegbare Namen zu nennen. Manchmal sind das reale Firmen, manchmal Kombinationen aus echten Namensteilen. Das ist für Sie als Betroffene gefährlich: Wenn Ihr Name in solchen Antworten falsch dargestellt wird, beschweren sich Interessenten über eine Dienstleistung, die Sie nie angeboten haben.

Muster 4: Claude ist konservativer und häufig bundesweit ausgerichtet. Claude neigt dazu, bei lokalen Anfragen zu antworten, dass er keine verlässlichen lokalen Empfehlungen machen kann — und stattdessen auf überregional bekannte Plattformen (z.B. Anwalt.de, Steuerberater-Suche der Kammern) zu verweisen. Das ist methodisch korrekt, für Ihre Sichtbarkeit aber wenig hilfreich.

Muster 5: Gemini bevorzugt Google-präsente Firmen. Wer ein Google Business-Profil hat, in Google Reviews gut bewertet ist und auf regionalen Websites verlinkt wird, taucht bei Gemini überproportional oft auf. Ohne Google-Präsenz ist Gemini eine der härtesten Engines für kleine Mittelständler.


Haben Sie mehr als die Hälfte der Felder in Ihrer Scorecard leer gelassen? Das ist ein Signal, das über diesen Artikel hinausgeht. Beim Sichtbarkeits-Check für 290 € führt Velo Automation 20+ systematische Prompts durch, wertet alle vier Engines aus, dokumentiert Ihre Ranking-Positionen im Vergleich zu Ihren drei stärksten Wettbewerbern und gibt Ihnen eine konkrete Maßnahmen-Roadmap — als PDF, in 2 bis 4 Werktagen.


6. Die Grenzen des Selbsttests — und wann ein systematischer Audit Sinn ergibt

Fünf Prompts in vier Engines sind ein Einstieg. Kein Ergebnis.

Das Problem der statistischen Signifikanz: KI-Modelle sind nicht deterministisch. Dieselbe Anfrage liefert bei jedem Aufruf leicht unterschiedliche Ergebnisse — je nach Temperatur-Parameter des Modells, Serverauslastung, internem Cache. Ein Ja bei einer Abfrage bedeutet nicht, dass Sie morgen wieder genannt werden. Für verlässliche Ergebnisse brauchen Sie mindestens 5 Wiederholungen pro Prompt und Engine — das sind bei 5 Prompts × 4 Engines × 5 Wiederholungen bereits 100 Abfragen, die systematisch protokolliert werden müssen.

Das Problem der Prompt-Variation: Ein echter potenzieller Mandant fragt nicht immer gleich. Jemand fragt „Welchen Steuerberater empfehlt ihr?", ein anderer fragt „Wer ist gut für meine GmbH?", ein dritter fragt „Steuerberater Empfehlung Frankfurt Mittelstand". Alle drei Formulierungen können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Ein Selbsttest mit fünf festen Prompts testet genau diese fünf Varianten — nicht das breitere Spektrum echte Suchanfragen.

Das Problem eingeloggter Accounts: Wenn Sie ChatGPT mit Ihrem Account nutzen und Google gelegentlich Ihre eigene Website besuchen, kann das die Antworten beeinflussen. Web-basierte Engines wie Gemini und Perplexity personalisieren unter Umständen Suchergebnisse. Für valide Ergebnisse sollte der Test in einem inkognito Fenster ohne eingeloggten Account stattfinden.

Was ein systematischer Audit leistet, der Selbsttest aber nicht:

Beim Sichtbarkeits-Check (290 €) führt Velo Automation folgendes durch:

  • 20+ verschiedene Prompts pro Engine, spezifisch auf Ihre Branche und Region zugeschnitten
  • Mehrfachwiederholungen für statistisch stabile Aussagen
  • Dokumentation Ihrer Ranking-Position (erste, zweite, dritte Nennung oder nicht) über alle Prompts
  • Direktvergleich mit Ihren drei stärksten Wettbewerbern — wer wird stattdessen genannt, wie häufig, in welchem Kontext?
  • Analyse von Markenerwähnungen: Wird Ihr Name korrekt, falsch oder gar nicht dargestellt?
  • Konkrete Maßnahmen-Roadmap mit Prioritäten nach Aufwand und Wirkung
  • Lieferformat: PDF-Report, 2 bis 4 Werktage nach Beauftragung

Das ist kein Gefühl. Das ist ein Lagebericht.


7. Fallbeispiel: Eine Steuerkanzlei aus Süddeutschland macht den Test

Zur Anonymisierung: Diese Kanzlei hat zwei Standorte in Baden-Württemberg, sieben Mitarbeiter, eine Website mit rund 30 Seiten und einen Google Business-Eintrag. Sie berät hauptsächlich Freiberufler, Ärzte und kleinere GmbHs.

Die Ergebnisse des Selbsttests (Auszug):

Prompt 1 — „Empfehle mir drei Steuerberater in Freiburg für Freiberufler":

  • ChatGPT (Web-Search): drei andere Kanzleien genannt, Kanzlei X nicht erwähnt
  • Claude: Empfehlung an Steuerberaterkammer verweisen, keine Kanzlei-Nennung
  • Gemini: zwei überregionale Ketten + eine Freiburger Kanzlei, nicht Kanzlei X
  • Perplexity: vier Ergebnisse, Kanzlei X einmal auf Position 3 genannt (kurze Erwähnung)

Prompt 5 — „Was sagt das Internet über Kanzlei X in Freiburg?":

  • ChatGPT (Web-Search): findet Google Reviews (4,6 Sterne), Website, aber kein inhaltlicher Kontext zur Spezialisierung
  • Perplexity: findet dieselben Quellen, zitiert einen Satz von der Über-uns-Seite

Was der Sichtbarkeits-Check dann aufgedeckt hat:

Nach dem systematischen Audit zeigte sich: Bei 20 Prompts über vier Engines wurde Kanzlei X genau dreimal erwähnt — in allen Fällen nur auf Position 3 oder tiefer, in keinem Fall als erste Empfehlung. Ein direkter Wettbewerber — eine ähnlich große Kanzlei aus derselben Region — wurde 14 Mal erwähnt, davon achtmal auf Position 1.

Der Unterschied war nicht die Qualität der Leistung, sondern die digitale Substanz: Der Wettbewerber hatte 12 spezialisierte Leistungsseiten mit konkreten Fallbeschreibungen, ein aktives FAQ-Schema, Einträge in drei Fachverzeichnissen und zwei externe Fachbeiträge in Steuerberater-Fachzeitschriften, die online verfügbar waren.

Die konkreten Maßnahmen aus dem Report:

  1. Drei neue Leistungsseiten mit Fallbeschreibungen (Arztpraxis-Abgabe, GmbH-Gründung Freiberufler, internationale Einkommenssteuer) — Aufwand: 2 bis 3 Stunden Text + Umsetzung
  2. FAQ-Block auf der Startseite mit JSON-LD-Schema — Aufwand: halber Tag
  3. Eintrag in Steuerberater-Verzeichnis der Kammer + Aktualisierung des bestehenden Google Business-Profils mit Spezialgebiet-Angaben — Aufwand: 1 Stunde
  4. Gastbeitrag für ein lokales IHK-Magazin oder Fachportal — mittelfristig

Nach der Umsetzung dieser vier Maßnahmen wurde die Kanzlei beim nächsten Audit sechs Wochen später in 11 von 20 Prompts erwähnt — davon dreimal als erste Nennung.

Das ist der Unterschied zwischen einem Selbsttest und einem strukturierten Audit mit Maßnahmen-Roadmap. Mehr über das Methodenproblem klassischer Kanzlei-SEO lesen Sie hier: Warum Kanzlei-SEO nicht rankt — professionelle Analyse.


8. Was tun nach dem Selbsttest?

Die Ergebnisse Ihrer Scorecard führen in der Regel in eine von drei Richtungen:

Weg (a): Sie sehen Lücken, wissen aber nicht, woher sie kommen.

Sie tauchen in weniger als der Hälfte der Prompts auf, Ihr Wettbewerber wird mehrfach stärker erwähnt, aber Sie wissen nicht, woran das liegt — an der Website, den Verzeichnissen, dem Content oder dem Schema? Dann ist der Sichtbarkeits-Check (290 €) der richtige nächste Schritt. Sie bekommen ein klares Bild der aktuellen Lage, einen direkten Vergleich mit Wettbewerbern und eine priorisierte Maßnahmen-Roadmap. Kein Agenturvertrag, kein laufendes Retainer-Modell — ein einmaliger Report, mit dem Sie arbeiten können.

Weg (b): Sie sehen Lücken und ahnen, dass Ihre Website das Grundproblem ist.

Wenn Ihre Website seit fünf Jahren nicht grundlegend überarbeitet wurde, kein Schema-Markup hat, keine strukturierten Leistungsseiten, keine FAQ-Blöcke, keine erkennbaren Autorenprofil-Seiten — dann ist ein Sichtbarkeits-Check nur der Anfang. Die Komplett-SEO-Analyse (490 €) kombiniert die GEO-Auswertung mit einer vollständigen technischen und inhaltlichen Website-Analyse, inkl. Onpage-Audit, Backlink-Bewertung und Content-Gap-Analyse.

Weg (c): Ihre Website ist solide, aber Ihre internen Prozesse bremsen Sie aus.

Wenn Mandanten anfragen, aber das Follow-up chaotisch ist — fehlende Wiedervorlagen, manuelle Terminbuchung, kein strukturiertes Onboarding — dann hilft kein SEO der Welt dauerhaft. Der Automations-Audit (690 €) analysiert Ihre Workflow-Engpässe und zeigt, welche Prozesse sich sinnvoll automatisieren lassen, ohne dass Sie in teure Software oder Beratungsverträge einsteigen müssen.

Alle drei Produkte finden Sie unter /anwalte oder /steuerberater mit branchenspezifischen Beispielen.


9. FAQ: Häufige Fragen zum Selbsttest

Warum vier Engines — reicht ChatGPT nicht?

Nein. Die vier Engines unterscheiden sich grundlegend in ihrer Quellen-Logik. ChatGPT ohne Web-Search arbeitet mit Trainingsdaten. Perplexity sucht in Echtzeit. Gemini greift auf Google-Daten zurück. Claude ist konservativ bei lokalen Empfehlungen. Wer nur ChatGPT testet, sieht ein Fragment des Bildes. Gerade für spezialisierte Dienstleister sind Perplexity und Gemini oft relevanter, weil sie häufiger kleinere Nischen-Anbieter zitieren.

Warum genau diese fünf Prompts?

Die fünf Prompts decken das Spektrum realer Suchanfragen ab: lokale Empfehlung, überregionale Spezialisierung, lösungsorientierte Suche, Anfrage mit Zusatzkriterium und direkter Markenrecherche. Kein Set ist perfekt — aber diese fünf Formulierungen kommen dem nahe, was echte Interessenten stellen. Wenn Sie branchenspezifischere Prompts brauchen, enthält der systematische Audit 20+ auf Ihre Situation zugeschnittene Varianten.

Was, wenn ich in keiner Engine auftauche?

Das ist ein klares Signal, kein Einzelfall. Es bedeutet: Entweder hat Ihre Webseite keine für Modelle verwertbare Struktur, oder Sie sind außerhalb Ihrer unmittelbaren Region digital kaum präsent, oder Ihre Spezialisierungen sind auf der Website nicht sichtbar formuliert. Das ist lösbar — aber dafür brauchen Sie einen strukturierten Ausgangsbefund, bevor Sie an den Stellschrauben drehen.

Wie oft sollte ich den Test wiederholen?

Als grobe Orientierung: einmal pro Quartal. GEO-Sichtbarkeit verändert sich langsam, aber stetig. Wenn Sie konkrete Maßnahmen umgesetzt haben (neue Seiten, Verzeichnis-Einträge, Schema-Markup), lohnt ein Vergleichs-Test nach sechs bis acht Wochen.

Ist der Selbsttest datenschutzrechtlich unbedenklich?

Ja. Sie geben in den Test-Prompts keine Mandanten-, Patienten- oder Klientendaten ein — nur Ihren eigenen Firmennamen und öffentlich bekannte Informationen. Das ist kein datenschutzrechtlich relevanter Vorgang. Wenn Sie hingegen überlegen, KI-Tools in Ihrer täglichen Arbeit einzusetzen — für Dokumente, Korrespondenz, Mandantenakten — dann gelten andere Regeln, die im Artikel KI-Nutzung ohne Reue — der Praxis-Guide für §203 StGB erläutert werden.

Was ist der konkrete Unterschied zwischen dem Selbsttest und dem 290-€-Check?

Der Selbsttest ist eine Momentaufnahme: fünf Prompts, vier Engines, einmal ausgeführt, manuell notiert. Der Sichtbarkeits-Check (290 €) ist ein systematischer Audit: 20+ Prompts, Mehrfach-Wiederholungen für Stabilität, direkter Wettbewerber-Vergleich, Markenerwähnung-Analyse, Einordnung nach Branchen-Benchmark und konkrete priorisierte Maßnahmen-Roadmap als PDF. Sie erhalten ein Dokument, das Sie Ihrem Webentwickler, Ihrem Content-Autor oder einem Dienstleister übergeben können — ohne selbst alle Schlüsse ziehen zu müssen.

Kann ich die Selbsttest-Ergebnisse direkt für SEO nutzen?

Begrenzt. Sie wissen nach dem Test, in welchen Prompts Sie nicht auftauchen — aber nicht warum. Ohne Ursachenanalyse riskieren Sie, an den falschen Stellschrauben zu drehen. Ein häufiger Fehler: Inhaber investieren nach einem schlechten Selbsttest zuerst in neue Texte, obwohl das eigentliche Problem fehlendes Schema-Markup oder mangelnde externe Erwähnungen ist. Der systematische Audit liefert diese Ursachenanalyse.

Wie ändert sich das Bild, wenn ich mit eingeloggtem Account teste?

Deutlich. Eingeloggte Nutzer bei ChatGPT, Gemini und anderen Diensten bekommen personalisierte Ergebnisse — basierend auf Suchverlauf, gespeicherten Präferenzen und internen Profildaten. Das kann dazu führen, dass Sie Ihre eigene Firma häufiger in Antworten sehen als ein anonymer Nutzer. Deshalb gilt: Selbsttest immer im Inkognito-Modus, ohne eingeloggten Account.


10. Nächster Schritt — was Sie jetzt tun können

Der Selbsttest ist ein Einstieg. Er dauert zehn Minuten und kostet nichts außer Ihrer Zeit. Was er Ihnen gibt, ist ein erstes Signal: ob Sie in diesem Kanal überhaupt sichtbar sind.

Wenn Sie danach wissen wollen, wo genau Sie stehen, welche Wettbewerber Sie systematisch überflügeln und was die drei bis fünf Maßnahmen sind, die den größten Unterschied machen würden — dann ist der Sichtbarkeits-Check (290 €) der logische nächste Schritt. Sie erhalten einen PDF-Report in 2 bis 4 Werktagen, kein Retainer-Modell, keine Agentur-Struktur.

Für Steuerberater, Rechtsanwälte und Berater finden Sie branchenspezifische Beispiele unter /steuerberater und /anwalte.


Für Berufsgeheimnisträger (§203 StGB): Der Selbsttest nutzt ausschließlich öffentliche KI-Engine-Antworten auf öffentlich formulierte Anfragen — keine Mandanten-, Patienten- oder Klientendaten werden verarbeitet oder übermittelt. Wer zusätzlich einen vollständig §203-konformen KI-Stack sucht (DE-gehostet, kein Cloud-Act-Zugriff, lokale KI-Inferenz für den täglichen Kanzleibetrieb), findet auf /preise erste Informationen zum Velo §203-Tier-Plan (Coming Q2 2026).


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