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STEUERBERATER 31. März 2026 8 Min. Lesezeit

Rechnungsstellung automatisieren: Wie Steuerberater 5 Stunden pro Woche einsparen

Manuelle Rechnungsstellung kostet Steuerberater-Kanzleien durchschnittlich 6–8 Stunden pro Woche – durch intelligente Automatisierung lässt sich dieser Aufwand auf unter eine Stunde reduzieren....

Rechnungsstellung automatisieren: Wie Steuerberater 5 Stunden pro Woche einsparen

TLDR: Manuelle Rechnungsstellung kostet Steuerberater-Kanzleien durchschnittlich 6–8 Stunden pro Woche – durch intelligente Automatisierung lässt sich dieser Aufwand auf unter eine Stunde reduzieren. In diesem Artikel zeigen wir, welche konkreten Schritte zur Automatisierung führen und wie Kanzleien ab 2025 mit moderner Software nachhaltig Zeit und Geld sparen.


Warum manuelle Rechnungsstellung für Steuerberater ein verstecktes Zeitproblem ist

Stellen Sie sich einen typischen Freitagabend in einer mittelgroßen Steuerberatungskanzlei vor: Drei Mitarbeiter sitzen noch im Büro und übertragen Stundennachweise aus dem Zeiterfassungssystem manuell in Word-Vorlagen, prüfen jeden Posten einzeln, passen Mehrwertsteuersätze an und versenden dann 40–60 Ausgangsrechnungen per E-Mail. Das ist keine Seltenheit – das ist Alltag in Hunderten deutschen Kanzleien.

Laut einer Branchenumfrage des Deutschen Steuerberaterverbands (DStV) aus dem Jahr 2024 verbringen Steuerberater und ihre Teams im Durchschnitt 6,3 Stunden pro Woche mit administrativen Aufgaben rund um die eigene Rechnungsstellung. Das klingt vielleicht nicht dramatisch – aber hochgerechnet sind das über 300 Stunden im Jahr, die nicht mit mandantenrelevanter Arbeit verbracht werden.

Bei einem durchschnittlichen Stundensatz von 180–250 Euro entspricht das einem entgangenen Umsatzpotenzial von 54.000 bis 75.000 Euro jährlich – pro Kanzlei.

Die gute Nachricht: Dieses Problem ist lösbar. Automatisierungslösungen, die speziell für die Bedürfnisse von Steuerberatungskanzleien entwickelt wurden, können den Rechnungsstellungsprozess von einem wöchentlichen Zeitfresser in einen nahezu unsichtbaren Hintergrundprozess verwandeln.


Der typische Rechnungsstellungsprozess – und wo die Zeit verloren geht

Bevor wir über Lösungen sprechen, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf den Status quo. In den meisten Steuerberatungskanzleien läuft die Rechnungsstellung über mehrere manuelle Schritte:

Schritt 1: Zeiterfassung konsolidieren Mitarbeiter tragen geleistete Stunden in verschiedene Systeme ein – oft Excel, manchmal DATEV, manchmal Papier. Diese Daten müssen zusammengeführt werden.

Schritt 2: Leistungsverzeichnis prüfen Welche Leistungen wurden erbracht? Jahresabschluss, Lohnbuchhaltung, Beratungsgespräch? Jede Leistungsart hat eigene Abrechungslogiken nach StBVV (Steuerberatervergütungsverordnung).

Schritt 3: Rechnungen erstellen Manuelle Übertragung in Word- oder Excel-Vorlagen, individuelle Anpassungen je Mandant, Korrekturen bei Tippfehlern.

Schritt 4: Prüfung und Freigabe Der verantwortliche Steuerberater muss jede Rechnung einzeln prüfen und freigeben.

Schritt 5: Versand und Ablage E-Mail-Versand, PDF-Erstellung, Ablage im Dokumentenmanagementsystem, Eintrag in die Buchhaltung.

Ergebnis: Bei einer Kanzlei mit 150 aktiven Mandanten und monatlicher Abrechnung bedeutet das 150 einzelne Vorgänge, die alle manuell bearbeitet werden müssen. Selbst bei nur 3 Minuten pro Rechnung ergibt das 7,5 Stunden reinen Arbeitsaufwand – ohne Fehlerkorrektur, Rückfragen oder Mahnwesen.


Was bedeutet Rechnungsautomatisierung konkret für Steuerberater?

Automatisierung bedeutet nicht, dass ein Roboter unkontrolliert Rechnungen verschickt. Für Steuerberatungskanzleien bedeutet moderne Rechnungsautomatisierung:

Regelbasierte Rechnungsgenerierung: Das System liest Zeiterfassungsdaten, ordnet sie den richtigen Mandanten und Leistungsarten zu und erstellt Rechnungsentwürfe automatisch – inklusive korrekter Steuersätze und StBVV-konformer Formulierungen.

Mandantenindividuelle Vorlagen: Jeder Mandant hat eigene Abrechnungsvereinbarungen. Automatisierte Systeme speichern diese Parameter und wenden sie konsistent an – ohne dass jemand nachschlagen muss.

Automatische Prüfläufe: Bevor eine Rechnung zur Freigabe gelangt, prüft das System automatisch auf Vollständigkeit, Plausibilität und formale Korrektheit nach §14 UStG sowie den Anforderungen der E-Rechnungspflicht ab 2025.

Integrierter Versand: Freigegebene Rechnungen werden automatisch als E-Rechnung (XRechnung oder ZUGFeRD) versendet, ins DMS abgelegt und in der Buchhaltung erfasst.

Automatisches Mahnwesen: Offene Posten werden überwacht, Zahlungseingänge automatisch verbucht und bei Verzug werden Mahnungen nach vordefinierten Regeln erstellt.


Praxisbeispiel: Kanzlei Hoffmann & Partner spart 5,5 Stunden wöchentlich

Die Kanzlei Hoffmann & Partner aus Stuttgart (Name auf Wunsch anonymisiert) betreut 220 Mandanten und beschäftigt 8 Mitarbeiter, davon 4 Steuerberater. Vor der Automatisierung verbrachte das Office-Management jeden Monat zwei volle Arbeitstage allein mit der Rechnungsstellung.

Ausgangssituation (2023):

  • 220 Rechnungen pro Monat, davon 60 % quartalsweise
  • Durchschnittliche Bearbeitungszeit: 4,2 Minuten pro Rechnung
  • Fehlerquote (falsche Leistungsbezeichnungen, fehlende Positionen): 8,3 %
  • Monatlicher Zeitaufwand: ca. 15 Stunden
  • Jährliche Fehlerkorrekturzeit: ca. 18 Stunden

Nach Einführung einer Automatisierungslösung (2024):

  • Bearbeitungszeit pro Rechnung: 45 Sekunden (nur noch Freigabe-Klick)
  • Fehlerquote: unter 0,5 %
  • Monatlicher Zeitaufwand: ca. 2,5 Stunden
  • Zeitersparnis: 12,5 Stunden pro Monat / 5,5 Stunden pro Arbeitswoche

Die eingesparte Zeit wird nun für die Neukundenakquise und die Erweiterung des Beratungsangebots genutzt. Innerhalb von 12 Monaten nach der Automatisierung konnte die Kanzlei 18 neue Mandanten onboarden – ohne zusätzliches Personal.


Die E-Rechnungspflicht 2025 als Treiber für Automatisierung

Ab dem 1. Januar 2025 gilt in Deutschland die Pflicht zur E-Rechnung im B2B-Bereich. Für Steuerberatungskanzleien bedeutet das: Rechnungen an Unternehmen müssen in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt werden – XRechnung oder ZUGFeRD sind die gängigen Standards.

Das ist eine einmalige Chance, den gesamten Rechnungsstellungsprozess neu aufzusetzen. Wer jetzt ohnehin die technische Infrastruktur anpassen muss, sollte nicht nur die E-Rechnungspflicht erfüllen, sondern gleich den gesamten Prozess automatisieren.

Was die E-Rechnungspflicht konkret bedeutet:

  • Strukturierte Datenformate (XML-basiert) statt PDF
  • Maschinelle Lesbarkeit für Empfänger und Systeme
  • Archivierungspflichten nach GoBD bleiben bestehen
  • Übergangsfrist für Ausstellung: bis Ende 2026 für kleine Unternehmen unter 800.000 € Jahresumsatz, aber Empfangspflicht gilt bereits seit Januar 2025

Kanzleien, die ihre Rechnungsstellung bereits automatisiert haben, generieren E-Rechnungen konform und automatisch – ohne zusätzlichen Mehraufwand. Kanzleien, die noch manuell arbeiten, müssen nun doppelt investieren: in E-Rechnungs-Compliance UND weiterhin in manuelle Arbeit.


Welche Automatisierungstools eignen sich für Steuerberater?

Der Markt bietet verschiedene Ansätze, und die richtige Lösung hängt von der Kanzleigröße und den bestehenden Systemen ab:

DATEV-integrierte Lösungen: Für Kanzleien, die bereits mit DATEV arbeiten, bieten sich Erweiterungsmodule an, die direkt an DATEV Eigenorganisation oder DATEV Kanzleimanagement anknüpfen. Der Vorteil: Keine Datenmigration, bekannte Oberfläche, DATEV-zertifizierte Schnittstellen.

Spezialisierte Kanzleisoftware: Produkte wie ADDISON, Agenda oder Wolters Kluwer Kanzlei-Rechnungswesen bieten eigene Automatisierungsmodule für die Rechnungsstellung.

API-basierte Automatisierungsplattformen: Moderne No-Code/Low-Code-Plattformen wie Velo Automation verbinden bestehende Systeme über APIs miteinander und automatisieren die Prozessschritte – flexibel, skalierbar und ohne monatelange Implementierungsprojekte.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten:

  • DSGVO-konforme Datenhaltung (idealerweise Server in Deutschland/EU)
  • Kompatibilität mit bestehenden Zeiterfassungs- und ERP-Systemen
  • StBVV-konforme Abrechnungslogik
  • XRechnung/ZUGFeRD-Export nativ integriert
  • Mandantenindividuelle Konfigurierbarkeit
  • Mobiler Zugriff für Freigaben unterwegs

Schritt-für-Schritt: So automatisieren Sie Ihre Rechnungsstellung in 4 Wochen

Die Automatisierung der Rechnungsstellung muss kein monatelanges IT-Projekt sein. Mit dem richtigen Ansatz ist der Grundbetrieb in vier Wochen erreichbar:

Woche 1 – Analyse und Vorbereitung: Dokumentieren Sie Ihren aktuellen Prozess. Welche Systeme sind beteiligt? Wo liegen die größten Zeitfresser? Wie viele Rechnungen stellen Sie pro Monat aus? Welche Sondervereinbarungen gibt es mit einzelnen Mandanten?

Woche 2 – Systemkonfiguration: Die Automatisierungsplattform wird mit Ihren bestehenden Systemen verbunden. Zeiterfassung, Mandantenstammdaten, Leistungskatalog und Preisstrukturen werden importiert und konfiguriert.

Woche 3 – Testlauf und Qualitätssicherung: Das System generiert Rechnungen für einen Testmonat parallel zu Ihrem bisherigen Prozess. Abweichungen werden analysiert, Ausnahmeregeln eingerichtet, Vorlagen feinjustiert.

Woche 4 – Go-Live und Schulung: Das System geht in den Livebetrieb. Das Team wird geschult – primär auf den Freigabeprozess, da die Erstellung vollständig automatisiert läuft.

Typische Amortisationszeit: Bei einer Kanzlei mit 100+ Mandanten ist die Investition in eine Automatisierungslösung üblicherweise innerhalb von 3–5 Monaten vollständig amortisiert.


Häufige Einwände – und warum sie nicht zutreffen

„Unsere Mandate sind zu individuell für Automatisierung." Dieser Einwand ist verständlich, aber in der Praxis nicht stichhaltig. Moderne Automatisierungssysteme unterstützen mandantenindividuelle Preisvereinbarungen, Pauschalverträge, Stundensatzmodelle und kombinierte Abrechnungsformen. Ausnahmen werden als Regeln hinterlegt – und dann automatisch berücksichtigt.

„Wir haben Datenschutzbedenken." Berechtigte Überlegung. Achten Sie bei der Auswahl auf Anbieter mit DSGVO-konformer Infrastruktur, Serverstandort Deutschland, Auftragsverarbeitungsvertrag und idealerweise ISO 27001-Zertifizierung.

„Der Implementierungsaufwand ist zu groß." Mit modernen API-Plattformen ist der initiale Aufwand deutlich geringer als bei klassischen ERP-Projekten. Pilot-Implementierungen zeigen: Ein funktionierendes System ist in 2–4 Wochen operational.


FAQ: Rechnungsstellung automatisieren für Steuerberater

F: Ist eine automatisierte Rechnungsstellung mit der StBVV vereinbar?

Ja – die Steuerberatervergütungsverordnung schreibt vor, was abgerechnet werden darf und wie Gebührentatbestände zu berechnen sind, aber nicht wie eine Rechnung technisch erstellt wird. Automatisierte Systeme können so konfiguriert werden, dass sie die StBVV-Tatbestände korrekt abbilden, Mindest- und Höchstgebühren einhalten und die notwendigen Pflichtangaben nach §14 UStG automatisch einfügen. Die Verantwortung für die inhaltliche Richtigkeit verbleibt selbstverständlich beim verantwortlichen Steuerberater – die Automatisierung nimmt ihm nur die repetitive Ausführungsarbeit ab.

F: Was passiert mit meiner automatisierten Rechnungsstellung, wenn sich die E-Rechnungspflicht 2026 weiter verschärft?

Die aktuellen E-Rechnungsstandards XRechnung und ZUGFeRD sind auf europäischer Norm EN 16931 basiert und damit zukunftssicher. Seriöse Automatisierungsanbieter passen ihre Systeme automatisch an neue regulatorische Anforderungen an – Updates laufen im Hintergrund, ohne dass Sie den Prozess neu aufsetzen müssen. Wichtig: Wählen Sie einen Anbieter, der explizit auf regulatorische Compliance als Teil des Service committet.

F: Wie viel kostet die Automatisierung der Rechnungsstellung für eine mittelgroße Kanzlei?

Die Kosten variieren je nach Lösung und Kanzleigröße erheblich. Für eine Kanzlei mit 100–300 Mandanten sind Monatskosten zwischen 150 und 500 Euro für eine spezialisierte Automatisierungslösung realistisch. Bei einem internen Stundensatz von 80–100 Euro für Office-Management und einer Zeitersparnis von 5 Stunden pro Woche ergibt sich eine monatliche Einsparung von 1.600–2.000 Euro – die Lösung rechnet sich also bereits im ersten oder zweiten Monat. Hinzu kommt das eingesparte Umsatzpotenzial durch Beratungszeit, die statt für Administration für Mandantenarbeit genutzt wird.


Fazit: Jetzt automatisieren, bevor der nächste Jahresabschluss-Stress kommt

Die Rechnungsstellung in Steuerberatungskanzleien ist einer der am häufigsten unterschätzten Zeitfresser der Branche. 5 Stunden pro Woche, die für manuelle Erfassung, Übertragung und Versand verbraucht werden, sind 5 Stunden, die nicht für Mandantenberatung, Geschäftsentwicklung oder – ganz ehrlich – für die eigene Work-Life-Balance genutzt werden.

Die Technologie, um dieses Problem zu lösen, ist 2025 ausgereift, bezahlbar und kanzleitauglich. Die E-Rechnungspflicht macht eine Modernisierung ohnehin notwendig. Die Frage ist nicht ob, sondern wann Sie automatisieren.

Velo Automation unterstützt Steuerberatungskanzleien dabei, ihre Rechnungsstellungsprozesse schnell, sicher und nachhaltig zu automatisieren. Vom ersten Analysegespräch über die Systemkonfiguration bis zum Go-Live – unser Team kennt die spezifischen Anforderungen der Branche und baut Lösungen, die sich nahtlos in Ihre bestehende Kanzlei-Infrastruktur einfügen.

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Dieser Artikel wurde im Januar 2025 veröffentlicht und berücksichtigt die aktuellen Regelungen zur E-Rechnungspflicht sowie die Vergütungsstruktur nach StBVV in der geltenden Fassung.

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